Eine Reise
- instastute
- 28. Nov. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Am Anfang stand ich einfach nur da. Wusste nicht wer ich gerade bin und wo ich hin möchte. Ich bin viele Wege gegangen. Einer davon wunderschön. Ein Weg, den man gehen möchte. Eben, gradlinig und aufregend. Der Weg war sicher und ich ging ihn gerne. Er hat mich glücklich gemacht. Doch plötzlich kam eine Gabelung und mein schöner Weg endete. Ich wollte zurück, wollte ihn weiter gehen, wollte wieder diese mich beschützenden Bäume um mich herum. Aber hinter mir war nur ein großes Loch.

Es gab kein zurück. Und somit musste ich einen neuen Weg gehen. Ich wählte zwei Wege, die parallel zueinander verliefen. Ich konnte von einem zum anderen springen, so wie ich gerade Lust hatte. Doch irgendwann wusste ich nicht welcher dieser Wege besser zu gehen ist. Glücklicherweise kam wie aus dem Nichts ein schöner Wegweiser und zeigte mir, was ich eigentlich schon wusste. Doch der Weg wurde sehr holprig. Es lagen viele große Steine auf diesem Weg. Trotzdem war meine Entscheidung richtig, denn der andere Weg war sehr gefährlich. Dort schlich eine gruselige Kreatur umher, die mich immer zu von Weitem beobachtete während ich weiter ging. Eine Zeit lang lief sie mit auf meinem gewählten Weg, doch ich konnte sie abwimmeln. Meine Reise konnte weiter gehen, mutiger und stärker als je zuvor ….
Auf meiner bisherigen Reise hatte ich schon viel erlebt. Immer wieder habe ich an diesen schönen Weg gedacht. Er hatte mich aus dem Ort herausgeführt, an dem ich ein paar Jahre wie eingesperrt war. Auch wenn es mir nicht so vor kam. Ich konnte manchmal diesen schönen Weg von Weitem sehen, doch mir gelang es nicht mich durch das Dickicht durchzuschlagen.

Der Weg wollte einfach nicht, dass ich ihn weiter gehe. Und ich habe es akzeptiert. Habe mich mit dem zufrieden gegeben, was das Leben mir gab. Meine Reise war ja trotzdem aufregend. Immer mehr Gabelungen tauchten auf. Immer mehr Möglichkeiten. Doch die wenigsten Wege die ich ging waren wirklich kurzweilig. Ich suchte ein richtiges Abenteuer! Und so bekam ich eins. Nach einiger Zeit Stand ich an einer Klippe. Der Weg führte mich runter in eine Art Tal und große, starke Felsen ragten rechts und links von mir. Ich beschloss diesem Weg eine Chance zu geben, ich war beeindruckt von dieser Kraft die er ausstrahlte. Es bedeutet für mich Schutz. Sicherheit. Auch ein bisschen Gefahr. Ich freute mich auf die Herausforderung, den Nervenkitzel. Doch mein „Abenteuer“ stellte sich als Sackgasse heraus. Und leider erwartete mich dort auch nichts. Nichts außer große, starke Felsen. Manche von ihnen bedeckt mich Moos. Zwischen viel Unkraut mal ein kleines Blümchen. Ich merkte, ich hatte meine Zeit verschwendet und drehte um …
Nun, ich wollte raus aus diesem Tal. Weg von diesen Felsen. Dort konnte und wollte ich nicht den Rest meines Lebens bleiben. Ich fand Gott sei Dank zwischen den Felsen eine kleine Lücke und konnte eine Abkürzung nehmen. Ein kurzes Stück war der Weg noch etwas steinig und sehr kahl.

Doch nach einem Tagesmarsch entdeckte ich etwas in der Ferne. Ich war super neugierig und traf eine wichtige Entscheidung: ich verließ den Weg! Ich lief einfach querfeldein über eine erst nur mit Gras bewachsene Wiese. In der Ferne immer noch dieses kleine Etwas zu sehen. Mein Ziel. Ich ging weiter und um mich herum wuchsen immer mehr Wunderschöne Blumen. Auch solche, wie ich sie noch nie gesehen hatte. All die Wege und schützenden Bäume hatte ich hinter mir gelassen. Um mich herum nichts als Freiheit. Und so tat ich etwas, um den letzten Staub der Vergangenheit von mir zu wehen: ich rannte los. Rannte so schnell ich konnte. Ich fühlte mich frei. Alle Last von mir. Ich kam an dem unbekannten Etwas an und es stellte sich heraus, dass es ein Spielplatz war. Und dort befinde ich mich seitdem. Auf meinem eigenen kleinen Spielplatz. Ob meine Reise hier zu Ende ist? Wer weißt das schon …




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